Ich war heute gestern mit einem lieben Mädel im Kino, und da wir nicht in der selben Stadt wohnen haben wir uns in der Mitte getroffen, in unserem Fall Wuppertal. Ich saß also im Zug und plötzlich – *wums* Gedankenflash. Ich habe mir noch nie so sehr in meinem Leben ein Notizbuch gewünscht um alles aufzuschreiben. So viele Gedanken sind aufeinmal durch meinen Kopf gerast, dass meine Hand nicht mal mit dem Schreiben nachkam. Warum kann ich sowas nicht während einer Klausur haben? Ok, da würde dann wahrscheinlich alles Mögliche auftauchen, nur nicht das, was ich gebrauchen kann. Mist, ich schweife ab. Also, ich saß im Zug und hatte zum Glück einen Stift dabei … und ein Aufgabenblatt aus der Uni. Naja, musste das eben herhalten und im nachhinnein muss ich sagen, dass ich wirklich Irre sein muss, jedenfalls sieht das Blatt danach aus. Ich hätte übrigens fast vergessen auszusteigen -.- das wäre echt blöd gelaufen.
Worum sich meine Gedanken gedreht haben fragt ich euch jetzt hoffentlich sicherlich. Das kann ich euch sagen, aber es ist auch nicht schwer zu erraten, denn seit Samstag scheint sich ja ganz Deutschland nur noch um das Unglück in Duisburg zu drehen. Ich will hier nichts abwerten, ganz im Gegenteil, ich finde es schrecklich was dort passiert ist. Und mein Mitgefühl geht an die Angehörigen, Freunde, Betroffenen und vorallem die Helfer vor Ort. Aber es gibt eins, das finde ich mittlerweile nicht mehr so gut. Diese ganzen Schuldzuweisungen, in die sich ganz Deutschland hineinsteigert, die gehen langsam echt zu weit. Ich meine Schuldzuweisungen bringen keine Toten zurück, heilen Verletzungen oder Seelen. Morddrohungen und Boykott erreichen nicht die Menschen, die wirklich schuldig sind, sondern im Zweifelsfall unbeteiligte, wie die Mitarbeiter bei McFit. Die wirklich Schuldigen, die werden von der Staatsanwaltschaft belangt dessen bin ich mir sicher und ihre gerechte Strafe werden sie auch kriegen. Und ich bin mir sicher, dass sie sich darüber im klaren sind wofür síe verantwortlich sind. Sie müssen den Rest ihres Lebens mit diesem Wissen leben.
Damit leben müssen aber nicht die Menschen, die dabei waren, die alles mit ansehen mussten oder geholfen haben. Für die gibt es Hilfe, die sie in Anspruch nehmen sollten. Es gibt Wunden, die müssen genäht werden, sonst heilen sie nie. Wenn dies nicht geschieht verfolgt es einen über Jahre oder das ganze Leben lang.
Und mir ist noch etwas übel aufgestoßen, nämlich die ganzen unqualifizierten Kommentare über Sanitäter und Polizei, die unter Videos bei YouTube auftauchen, von der Sache das Videos auf denen Menschen sterben nichts bei YouTube zu suchen haben abgesehen. Ich wette von den Kommentatoren war niemand dabei und erst recht kann sich niemand in die Situation hineinversetzen. Es muss furchtbar gewesen sein für die Sanis vor Ort, sich für den Einen und gegen den anderen Patienten zu entscheiden aber es waren einfach nicht genug Kräfte da um im ersten Moment allen helfen zu können. Denkt mal über solche Kommentare nach, wie würdet ihr euch fühlen wenn ihr wisst jemand ist womöglich gestorben wegen eurer Entscheidung?! Oder die Polizei, die nicht eingreifen konnte, weil es einfach zu viele Menschen waren. Sicher, man hätte es nicht so weit kommen lassen dürfen aber man versucht es doch allen recht zu machen.
Puh, das war echt viel aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben. Ich hoffe es fühlt sich keiner auf den Schlips getreten. Dies ist meine Meinung, niemand muss sie teilen und ich freue mich auch über andere Meinungen.
Ich habe übrigens festgestellt, dass dieses Gedankenwirrwarr sehr gut zu mir passt, deshalb hab ich auch gleich meinen über alle Maßen kreativen Blogtitel erneuert, was euch aber allen garantiert als erstes aufgefallen ist
. Und auf dem Rückweg vom Kino habe ich mir auch gleich noch ein Notizbuch gekauft für den nächsten Gedankenflash.
Bis Dieser mich erreicht sag ich euch ciao
eure Kim
P.S.: Meine kreativen Ergüsse könnt ihr demnächst auch in einem neuen Blog Projekt lesen. Es trägt den spannenden Namen The Blogging Project (passend, ne?) Wehe jemand sagt jetzt etwas falsches, dass war nämlich mein Vorschlag. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ihr mich auch dort einmal besuchen kommt
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